
RÜCKBLICK
LANDSKRON 5
29. & 30.08.26
Wehend hiessen uns die lila fliessend gestalteten Plakate von Deborah Senn auf der Burg zum Landskron-Samstag willkommen. Nach einem köstlichen Kuchen oder einem fluffigen Crèpes von Chez Gigi aus Tannwald, lud uns die Autorin Tanja Arx ein, in ihren Roman hineinzuhören, der sich gerade in den letzten Zügen befindet. Es ging um Grenzen, um deren Entstehungen und Auflösungen unter einem blauen Himmel voller dahinziehender Schönwetterwolken über der hügeligen Grenzregion rund um die Burg Landskron.
Voller lebendiger Bilder über die schaurig-schöne Menschlichkeit wurde die Glocke geläutet zum nächsten Akt - An der höchsten Burgmauer liessen sich zwei Personen herab. Rebekka Gather und Laetitia Kohler drehten unsere Perspektive und machten den Boden unter unseren Füssen instabil - sie nutzten die senkrechte Wand als ihren Grund, von dem sie abhoben und im Zusammenspiel mit Wolken und Wind schwebten. Zu den Klängen von Moritz Widrig tanzten sie miteinander und mit ihrer Umgebung und liessen uns staunend beeindruckend die Hälse recken.
Danach brauchte es zur Stärkung eine lokale Merguez oder eine Saucisse Gourmande und dazu einen Teller würzige Köstlichkeiten vom Chirsgartehof, was unsere Bäuche wohlig zufrieden säufzen liess.
Zum Abschluss des Samstags luden uns Palinstar in den Burgsaal. Träumerisch leise, dann wieder rhythmisch aufbauend schüttelnde Klänge, mal leise, mal lauter, mal ekstatisch auffordernd, mal zögerlich besänftigend surrten sie in unseren Köpfen und wippten in unseren Füssen.
Nach einem letzten Barbesuch mit lokalem Sprudeligen führte der Nachhauseweg in einen Lichterwald, in dem leuchtende Wesen von David Löffel an uns vorbeitapsten, sich mal zurückhaltend, dann wieder euphorisch zeigten und uns nach vielen schwebenden Erlebnissen des Tages uns selbst die Füsse vom Boden abheben liessen.
Unter den Bäumen gleich beim Rialto begann unser Landskron-Sonntag:
Frühherbstsonne, Picknick-Stimmung und die rhythmischen, traditionellen Klänge von DAF Connection aus Mesopotamien und Anatolien. Mit wippenden Füssen und Köpfen machten wir uns auf den Weg – über drei Kantonsgrenzen und eine Landesgrenze, raus aus dem Dorf und hinein in die Natur.
Im Steinbruch von Leymen empfing uns eine fast ausserirdische Landschaft aus roten Steinen und kreisenden Raubvögeln. Dazwischen hoben die Akrobat*innen von Compagnie Barks ab, lösten die Schwerkraft auf und machten den Steinbruch mit ihren fliegenden, schwebenden Körpern zu einer poetischen Mondlandschaft.
Im Wald begegneten wir der Jägerin Vera Chiquet, die uns von ihrer Leidenschaft, von Leben und Sterben, Wald und Nahrung erzählte. Mitten auf dem Weg nach oben zur Burg trafen wir noch einmal auf DAF Connection - nun inmitten des Waldes, wo sich die Trommeln und Stimmen mit der Umgebung vermischten und uns noch einmal mehr verzauberten.
Oben auf der Burg warteten Compagnie Barks, die mit Tisch und Stühlen erneut der Schwerkraft trotzten, bevor Kuchen und Crèpes von Chez Gigi und Flammekueche aus dem Sundgau die Bäuche stärkten.
Dann übernahmen Ester Poly den Burgsaal: wilde, poetisch-humorvolle, rhythmische, widerständige feministische Songs, die uns vom Wippen ins Tanzen und schliesslich ins Pogen führten. Ausgelassen und verbunden feierten wir Weiblichkeit und Rebellion.
Zum Sonnenuntergang ging es auf den Turm. Mario Batkovic liess mit elektronischem Akkordeon und unbekannten Klanginstrumenten Töne und Bässe brummen, hallen und vibrieren. Der lodernde Himmel wurde Teil der Musik, die noch beim Abstieg in uns nachbebte.
Nach einer kleinen Pause mit sprudelnden erfrischenden Getränken aus der Region, kündigten sich Mélissa Guex und Clément Grin im Burgsaal an. Ganz nah an uns zogen sie uns im Dialog zwischen Schlagzeug und Tanz in ihren rhythmischen wilden befreienden Bann, der uns beeindruckt jubeln liess.
Als wir schliesslich nach Hause gingen, verwandelte sich der Wald in eine andere Realität: Lichtfiguren bewegten sich zwischen den Bäumen, subtile Geräusche kamen aus den Büschen. David Löffel nahm uns mit in ein letztes audiovisuelles Erlebnis. Wir blieben stehen, lauschten mucksmäuschenstill und liessen uns verzaubern – wie in einem seltsam schönen Traum zum Abschied des Landskron Festivals.


Poster: Deborah Senn
LANDSKRON 4
30.08.2025
Mit Nina Hurnis engagierter und persönlicher Eröffnungsrede startete die vierte Ausgabe vom Micro-Festival Landskron zwischen Kunst, Natur und Verkehrsknotenpunkt. Ihre inspirierenden Worte begleiteten uns auf dem gemeinsamen Weg aufs Land und hallten auch noch lange nach der Überquerung von drei Kantons- und einer Landesgrenze nach.
An der Waldgrenze oberhalb von Leymen angekommen, empfing uns Charly von Kraut und Qu(e)er und Kes Otter Lieffe, die sich mit uns auf eine Kräuter-Entdeckungstour entlang des Weges machten. Verbunden mit den neuen Bekanntschaften aus der Pflanzenwelt lauschten wir anschliessend inmitten von Gräsern, Ausblicken und Blüten Kes Texten, die uns poetisch aktivistische Perspektiven auf unsere Umgebung gaben.
Mit einer passenden krautigen Sirup-Erfrischung am Wegesrand vom Chirsgartehof Metzerlen machten wir uns auf zur nächsten Wiese mit Ausblick auf die Stadt, wo Liam Lelarge & Kim Marro der Compagnie La Boule auf ihre Art Grenzen zum Schmelzen brachte und uns zum Staunen, Schmunzeln und Wundern brachte. Ihre beeindruckenden, liebevollen akrobatischen Bewegungen erzählten humorvoll von den Anstrengungen dahinter und zeigten gleichzeitig die Freude an der Entdeckung zweier Körper in der Bewegung.
Gleich um die Ecke wartete dann Urs Furger, der uns Einblicke in den Weinanbau für den jährlichen Privatgebrauch gab und dabei nützliche Tipps gab, um gleich loszulegen mit den eigenen ersten Weintrauben. Mit viel Begeisterung und Witz gab er uns direkte Einblicke in seine alltägliche Arbeit und in die Eigenschaften und Geschichte der Kulturpflanze vor der Landskron, was seinen Wein noch geschmacksintensiver machte.
Der letzte Anstieg führte zur Ruine Landskron, deren steinernen Schönheit wir in dieser Ausgabe von einer anderen Perspektive aus bewunderten. Im ehemaligen Graben der Burg näherte sich Léna Bagutti-Khennouf, körperlich bewegend dem Thema Ruine an. In einer Adaption ihres aktuellen Stückes R.u.in.es für Landskron 4 erzählte ihr Tanz uns, faszinierend und unheimlich zugleich, von vergangenen Spuren, von An- und Abwesenheit und von Zwischenzuständen.
In der Burg angekommen hatten wir Zeit zum Verdauen des ersten Programmteils und der ersten Flammekueche, bevor Peter Kernel den Burgsaal zum Schmettern brachte. Mit ihrer ausgelassenen, tobenden und humorvollen Energie brachten sie die Mauersteine zum Beben und die Lungen zum befreiend-begeisterten Luftschnappen.
Nach diesem Peng gab es etwas Zeit zum genüsslichen Erholen, bevor uns Somatic Rituals auf dem Dach der Burg zur akustischen Feier des Sonnenuntergangs einluden. Ihre rhythmisch treibenden bis atmosphärisch fliessenden Sound schwebten über das Publikum in die Landschaft und begrüssten die Nacht auf der Landskron.
Nachdem Feuer und köstliche Drinks wie der Landskroni Sbagliato uns in die richtige Abendstimmung brachten, starteten WaqWaq Kingdom zusammen mit Kalma ein Feuerwerk im Burgsaal der Landskron. Ihr Spektakel für alle Sinne aus Licht, Farben, Tönen, Rhythmen, Bewegung, Kostümen hüllte den Burgsaal vollkommen ein und liess uns nicht mehr heraus. Ohne Pause steigerte sich ihre Performance zu einem ganzheitlichen wilden Vergnügen wie einer fulminanten Oper, in der die Ohren und Augen zu sausen begannen und nur noch mit schnaubendem Staunen reagiert werden konnte.
Erlebniserfüllt spazierten wir programmverdauend unter dem Mondschein den Weg hinunter von der Burg und nahmen die Tram in die Stadt. Auf den hinteren Sitzen erwartete uns Eva Pandora mit ihrem Solo-Projekt Veyda Fox und begleite uns mit schwingenden-melancholisch-träumerischen Songs hinein in die Nacht und zu uns nach Hause.

Illustration Landskron 4: Organe Kauffmann
LANDSKRON 3
08.09.2024
Landskron 3 fand am Sonntag 8. September 2024 statt und führte vom Theater Basel mit der Tram durch Baselland über Flüh und Mariastein (Solothurn) über die Landesgrenze nach Frankreich hin zur Burg Landskron.
Dieses Mal spazierten die rund 120 Besucher*innen zu den ersten Regentropfen des Jahres zu poetisch-schwingenden türkisch-kurdischen Klängen von Çiçek Taksi, zu pflanzlich-menschlichen Gedichten der Autorin Anna Ospelt, zu Hintergründen über die französischen Wälder vom stellvertretenden Bürgermeister von Leymen Roland Cron, vorbei an den süssen Geschmäckern der Region von Annekäthi Schaffter und Christophe Aebi vom Chirsgartehof und hin zur Burg, wo die Tänzerin Kihako Narisawa das Publikum mit gestisch-sphärisch starken Bewegungen empfing.
Auf der Burg konnten sich die Besuchenden mit lokalen Flammekueche und einem Barangebot aus regionalen Spezialitäten im Trockenenen unter grossen Segeln stärken und sich dann vom ersten Konzert im Burgsaal überraschen lassen. Cyril Cyril machte das Publikum mit ihren Kostümen, Masken und wilden Tönen sofort zu Anhängern ihrer zynisch-explosiven Musik und brachte alle zum ausgelassenen Tanzen und miteinander feiern.
Ein Höhepunkt des Micro-Festivals Landskron 3 war der Auftritt der Sängerin Lynn Adib zusammen mit Tänzerin Hala Salem und Perkussionist Neşet Kutas auf dem Turm der Burg zum Sonnenuntergang. Das graue, stürmische Regenwetter machte für diesen Moment eine Pause und liess die Sonne hinter schnellen Wolken spektakulär untergehen, während die diese erste Zusammenarbeit der drei Künstler*innen, mit ihren Interpretationen verschiedener arabischer traditioneller Lieder, dem Publikum eine Gänsehaut verschaffte.
Auch das letzte audio-visuelle Konzert im Burgsaal war das Ergebnis einer ersten Zusammenarbeit zwischen drei Künstler*innen. Timnah Sommerfeldt und Mario/Varuna spielten das erste Mal in einem Live-Set zusammen, während Niculin Barandun den Sog ihrer rhythmisch-pulsierende Klangwelt durch wabernde Lichtspiele an der Burgmauer verstärkte.
Im fast noch schwebenden Zustand machten sich die Besucher*innen dann im Anschluss auf den Weg hinunter in die Tram zurück in die Stadt, begleitet von den Liedern von Anuk Schmelcher, die nach langer Zeit wieder solo spielte und ihr versunken lauschendes Publikum in ungewohnter Umgebung bereits zum Träumen brachte.

Illustration Landskron 3: Jan Bachmann
LANDSKRON 2
03.09.2023
LANDSKRON 2 war intensiv. Voller kraftvoller Geschichten, Stimmen und Töne. Bewegend innen und aussen und inmitten der Natur mit spektakulären Aussichten. Hier ein kleiner Rückblick auf den 3. September 2023.
Weiter unten Eindrücke vom Try Out Landskron 1 im 2022.

Raquel Fernández begrüsste uns gleich an der Tramhaltestelle Zoo Basel mit einer Performance, die uns auf den Tag voller Überraschungen und Entdeckungen einstimmte. In Begleitung eines anspruchsvollen Vierbeiners, bewegte die Tänzerin und Künstlerin sich über und zu Grenzen - nachdenklich, behutsam und gleichzeitig spielerisch humorvoll erzählte ihre Performance persönlich und dennoch abstrakt von Nähe und Distanz, von Fremdheit und Vertrautheit und weckte beim Publikum neue Gedanken über eigene Barrieren, die es zu überwinden oder aufzubauen gilt.

Die Autorin wartete auf uns auf einer Wiese unter der Burg Landskron mit Auszügen aus ihrem bald erscheinenden Roman. Mit Blick auf die Weite der Wiesen und Felder, folgten wir ihren Worten in den Stall, warfen einen liebevollen Blick auf die Kühe; erhaschten etwas vom Gefühl für Land und Tier Verantwortung zu übernehmen und bemerkten, wie durchs ersehnte Nichtstun die Natur sich jeden Moment alles wieder zurückholen kann. Durch ihren Einblick erahnten wir, welche Geschichten sich hinter den uns umgebenden Feldern noch alles verbergen könnten.

Die Bäuche und Hirne mit neuen Eindrücken gefüllt, brachten Rebecca und Pawel uns anschliessend in Bewegung. Gemeinsam mit den Tänzer*innen nahmen wir uns jede*r einen Moment für sich selbst, kamen langsam wieder in Bewegung, hüpften und tanzten schliesslich miteinander und umeinander in der elsässischen Hügellandschaft. Beschwingt und mit neuer Frische nahmen wir auch den letzten Anstieg auf die Burg in ungewohnter Weise – rückwärtslaufend eröffneten sich uns neue Wahrnehmungen auf die Umgebung und auf unser gemeinsames Gehen.

Ein Raunen ging durch die Menge, als Rebecca Solari von Creme Solaire im gelb-wippend-sprudelig-sahnigen Kostüm im uralten Tor hoch oben in der Burg erschien. Zusammen mit Pascal Stoll eroberte sie die Burg mit stürmischer Stimme und einer körperlichen Präsenz, die nicht nur uns, sondern auch die Burg ins Schwanken und Staunen brachte. Mit ihrer performativen Wucht haute Creme Solaire uns aus unserer Gelassenheit, die Rhythmen und Melodien liessen uns jubeln und stampfen und mit und ohne Worte mitsingen. Als die Ausgelassenheit eigentlich nicht mehr grösser werden konnte, haute ein spontanes Duett mit Baby Volcano das Publikum vollständig aus den Socken.

Der Burgsaal begann zu glühen, als die ersten Beats von Baby Volcano aus den Boxen wummerten. Zunächst düster brodelnd hinter mystischen Woll-Masken verborgen begannen Baby Volcano und ihre beiden Musikerinnen / DJs das Publikum langsam in ihren Bann zu ziehen. Nach den ersten flüsternden, rhythmisch anziehenden Tönen waren wir Baby Volcano schon ganz nah, folgten ihren explosiven Bewegungen in ein immer ausuferndes, treibendes und auch wütendes Erlebnis, bis sich unsere Körper in einem aktivistischen Rave aus Trap Beats, guatemaltekischen Rhythmen und anstachelnden spanisch-französischem Gesang fast von alleine verausgabten.

Julia Rüegger & Valerie Katharina Meyer
Die beiden Autorinnen und Performerinnen begleiteten die letzten Besucher*innen im leuchtenden Mondschein herunter wieder zurück in die Stadt. Wie von dem goldigen Mondschein angesteckt, machten die beiden in ihren goldigen Anzügen aus der grellen Tram eine funkelnde Geschichten-Bahn und versprühten mit ihren poetischen Worten über Begegnungen, Liebe und Beziehungen die richtige Gute-Nacht-Stimmung, die die müden, aber begeisterten Besucher*innen schon auf dem Weg zum phantasievollen Träumen brachte.

Sein Licht machte aus dem alten Burgsaal einen warm-düsteren und mysteriös-funkelnden Ort, in dem die alten Steine zu leuchten begannen und Baby Volcano mit dem Publikum in eine andere Welt abdrifteten konnte, vorbei an verschiedenen Dimensionen von Zeit, Farbe und Ort im schwebend-tanzenden pulsierenden Rhythmus.

Nach einem Spaziergang von Flüh in Baselland durch die Wälder über die Grenze nach Frankreich trafen wir am Wegesrand auf Lukas Merkelbach. Der Biologe erzählte von der Arbeit der Naturschützer*innen, die aus dem verwaldeten Gebiet wieder ein Paradies für seltene Pflanzenarten und für die Ziegen des Bauernhofs Domaine du Geissberg gemacht haben. Er lenkte die Blicke auf Grünes, Surrendes und Fliegendes und philosophierte über den Begriff des Natürlichen. Angesteckt von seiner Begeisterung wurde der letzte Teil des Spaziergangs noch summender und bunter.

Nachdem wir bereits mit den Ohren und Augen durch die Wiesen streiften und von der Arbeit in und mit der Natur hörten, lud uns Domaine du Geissberg zur geschmacklichen Erkundung ihrer Arbeit auf ihrem biodynamischen Hof im Nachbarsdorf Biederthal ein. Vom frischen Ziegenkäse, über den unverwechselbaren würzigen Munster bis hin zu knackiger Saussisson und frisch gebackenem weichen Brot, schlemmten wir mit anerkennendem Murmeln die Produkte aus der Milch der Kühe, denen wir beim Grasen zuschauten.

Nachdem Rebecca und Pawel uns aktivierend inspirierend zur Burg geführt hatten, erkundeten sie mit ihren eigenen Körpern im gegenseitigen tänzerischen Spiel den Eingang der Landskron. Dabei wälzten sie sich durch den uralten Tunnel, wirbelten den steinigen Staub auf und machten aus den Mauern elastische Abflugsorte für ihre akrobatisch-organischen Bewegungen.

Auf dem Turm empfingen uns die beiden Musikerinnen mit einem akustischen und visuellen Spektakel. Ihre Klänge aus Modular, Gitarre und Stimme schwebten mit den Rauchschwaden über das Publikum hinaus in die Landschaft und mit ihnen verliessen uns auch die Schwärme an fliegenden Ameisen, die eben noch das Sichtfeld verpixelten. Flüsternde, murmelnde Stimmen überlagerten sich mit Gesprächsfetzen aus anderen Orten und Frequenzen. Beschwörende Töne, mal zarte, mal kraftvolle Gesänge und verfremdet verzerrte Gitarrenklänge steigerten sich in ihrer Performance zusammen mit dem neonfarbenen wabernden Sonnenuntergang wie in einer Lavalampe zu einer Zeremonie, die uns in andächtig sphärische Schwingungen versetzte.

Der Berner Autor erkundet seine Umgebung nicht nur gern mit seinen Füssen, sondern auch mit Wörtern. An Landskron 2 nahm er die Besucher*innen mit von der Burg nach Füh, in die Tram zurück in die Stadt. Seine Geschichten nahmen Fahrt auf und hielten dabei immer wieder an den Ortsnamen der Haltestellen. Gemeinsam mit seinen Worten stiegen wir kurz aus und warfen einen Blick hinter die Bedeutung dieser Ortsbezeichnungen und zu den Geschichten, die vielleicht hinter ihnen stecken. Die Fahrt zurück in die Stadt wurde zu einer poetischen Entdeckungsreise des Weges und weckte bei den Besucher*innen noch mehr Reiselust auf neue Perspektiven.

Mit Leontine Souliers Artwork konnten wir uns bereits vor Landskron 2 auf den Weg von der Stadt aufs Land hoch zur Burg Landskron machen. Im hellen warmen Sonnenschein durch bunte Hügel, mit den Namen der Künstler*innen im Kopf für die Vorfreude, vorbei an grasenden Kühen, überraschenden Aus- und Einblicken, hoch zu in allen Farben schillernden Sonnenspektakel auf der Burg bis zum mystisch glitzernden Mondschein über altem Gemäuer. Und auch jetzt im Nachhinein erzählt uns ihre Zeichnung noch von einem Tag voller Eindrücke und Begegnungen, der uns so bunt wie ihre Farben im Gedächtnis bleibt.
Bar & Kulinarik
Landskron 2 bot allerlei Sprudelndes und Traubiges aus der Region. Vom lokalen Crémant, über Weisswein, aber auch Rosé bis hin zum elsässischen Meteor-Bier, einer der letzten grossen Familienbrauereien im Elsass, lud die Burgbar mit Sitz- und Hänggelegenheiten aus holzigen Restbeständen zum Geniessen ein. In der zweiten Ausgabe sorgte der Verein Wallasitter aus Leymen für zufriedene Bäuche mit dem allerseits beliebten Flammekueche, der in seiner vegetarischen Version sogar seine Premiere am Landskron feierte.

TRY OUT LANDSKRON 1
Am Wegesrand im Wald las die Journalistin ihren Text über die Biologin Florianne Köchlin, die sich mit Pflanzenkommunikation beschäftigt. Flora und Fauna begleiteten die Teilnehmenden auf ihrem Spaziergang von da an auf andere Weise.

Sanja Lukanović
Nach dem letzten Anstieg wurden die Teilnehmenden auf besonders fürstinnenhafte Weise auf der Burgruie Landskron von der Performerin begrüsst. Eine kraftvolle, melodische und humorvolle Hommage an die Burg selbst, die dem Publikum ein überraschtes Lachen auf das Gesicht zauberte.

Frisch aus Paris auf dem Land angekommen, zog uns die Performerin und Musikerin mit ihrem Klang-Bewegungs-Experiment im spektakulären Sonnenuntergang auf dem Turm der Landskron in den Bann. Mit Aussicht auf die Hügel beider Länder verschmolzen Sounds, Farben und Rhythmus zu einem magischen Bühnenspektakel.

David Löffel Saltzmann
Er brachte die Burg zum Leuchten und zwar aus sich selbst heraus. Durch ihn wurden die Burgwände lebendig und konnten sich zu den Sounds von Anklin | Oron bewegen und das Publikum in den Bann ziehen. Auch seine Installation auf dem Nachhauseweg liess die Besucher*innen noch einmal ein- und dann heraustauchen in eine funkelnde, bereichernde Burgerfahrung.

Max Wyss
Der langjährige Präsident des Vereins «Pro Landskron» wuchs im Grenzweiler Tannwald auf und gab in LANDSKRON 1 Einblick in die Geschichte der Grenzsteine. Er ermöglichte den Zuhörer*innen ganz neue Erkenntnisse zu diesen Artefakten einer bewegten Geschichte.

Ausgelassener französischer Chanson-Pop begeisterte die Besucher*innen im Inneren der Burg. Mit ihrer charmanten Energie versetzte die Band aus Genf Ohren und Beine in Schwingungen und erfrischte die sommerlichen Köpfe mit der richtigen Portion Unbeschwertheit.

Er brachte die Burg zum Leuchten und zwar aus sich selbst heraus. Durch ihn wurden die Burgwände lebendig und konnten sich zu den Sounds von Anklin | Oron bewegen und das Publikum in den Bann ziehen. Auch seine Installation auf dem Nachhauseweg liess die Besucher*innen noch einmal ein- und dann heraustauchen in eine funkelnde, bereichernde Burgerfahrung.

Catering
Landskron 1 war ein Genuss für alle Sinne - auch für die Geschmackssinne. An der selbstgebauten Bar gab es feinsten Weisswein und Crémant aus der Region, frisch gezapftes Bier, Rosé für die Sommerstimmung und einige lokale nicht alkoholische Erfrischungsgestränke.
Die elsässischen Flammekueche schmeckten - vor allem durch den sympatischen Einsatz vieler Besucher*innen.
Wir freuen uns auf Landskron 2 und weiteren Gaumenschmaus.







































































